‘Til Wonders Rise

11 03 2013

Petra, Jordanien // 27. – 29. November 2012

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Eigentlich sollte unser grenzüberschreitender Trip vom ägyptischen Dahab ins jordanische Wadi Musa ganz einfach sein. Doch mehrere Dahab-Locals geben uns den Tipp, dass das Boot von Nuweiba in Ägypten nach Aqaba in Jordanien nicht gerade zuverlässig verkehrt und die 75 US-Dollar pro Person auch nicht gerade ein Schnäppchen sind. Deswegen entscheiden wir uns für die Landvariante: Mit dem Taxi zur israelischen Grenze in Taba, bei den Guantanamo-esken Kreuzverhören der Grenzer bloß nicht in Tränen ausbrechen und aus Angst vor Waterboarding irgendwelche Sachen gestehen, dann kurz mit dem nächsten Taxi zur jordanischen Grenze, Taxi nach Aqaba, Bus nach Wadi Musa, dem Ausgangsort für Petra. Dauert eigentlich auch nicht lange. Eigentlich. Jedoch hat uns niemand gesagt, dass genau an diesem Dienstag die israelische Grenze nach Jordanien für sechs Stunden geschlossen wird. Und der unfreundliche Grenzsoldat will uns auch nicht vor Ort warten lassen, wir fangen uns einen temporären Platzverweis ein. Also müssen wir mit einem Taxi (und das ist in Israel nicht günstig, man bezahlt nämlich für Gepäckstücke extra) zu einer Shoppingmall bringen lassen. Dort leider die nächste unfreundliche Begegnung. Mit unserem Gepäck dürfen wir nicht rein, man will, dass wir unsere Rucksäcke nicht nur scannen, sondern alles auspacken und dann per Hand checken lassen. Viel Spaß! Wir verzichten und setzen uns lieber in die Sonne. Bei den israelischen Preisen ist die Zeit des „Sich-Leisten-Könnens“ eh vorbei.

jordan_01_petra_06Am Nachmittag versuchen wir erneut unser Glück an der Wadi Araba-Grenze. Und sie ist tatsächlich auf! Wir reihen uns in die lange Schlange ein und freuen uns, dass wenigstens das jordanische Visum kostenlos ist. Die Taxipreise ins zwei Stunden entfernte Wadi Musa wurden erst kürzlich erhöht und auf 55 JD (Jordanian Dinar, ungefähr 55 Euro) festgesetzt. Nachteil für Feilschexperten, Vorteil für ahnungslose Touristen. Wir schlucken ordentlich und sind froh, dass sich zwei Japaner das Taxi mit uns teilen wollen. Außerdem hat die Regierung im Oktober beschlossen, dass Jordanien ab sofort in einer anderen Zeitzone liegt und wir schon eine Stunde später als gedacht haben. Der Sonnenuntergang über der Wüstenlandschaft im Süden des Landes ist einer der tollsten, den wir je gesehen haben. Der ganze Horizont färbt sich orangerot. Mit der Wahl des Saba’a Hotels in Wadi Musa sind wir zufrieden. Die britische Chefin Gail versorgt uns gleich mit Tipps und empfiehlt uns einen frühen Start am nächsten Morgen. Mit dem Grenzübergang nach Jordanien haben sich nicht nur die Preise schlagartig geändert, sondern auch die Temperaturen. In Wadi Musa sind es abends 8 Grad und wir liegen früh unter der dicken Bettdecke.

jordan_01_petra_01Wie vereinbart, wartet morgens beim reichhaltigen Frühstücksbuffet ein pralles Lunchpaket auf uns. Zum Wachwerden (und Geldsparen) laufen wir die 20 Minuten bis zum Eingang des Weltwunders. Für Henning ist es ein ganz besonderer Moment: Elf Jahre nach dem Besuch von Chitzen Itza in Mexiko hat er nun alle Neuen Sieben Weltwunder (+ Gizeh als einzig noch erhaltenes der Antike) gesehen. Glückwunsch! Über den Eintrittspreis (50 Euro für einen Tag, 55 für zwei Tage) sehen wir mal hinweg und lassen uns davon die Laune nicht verderben. Schon nach wenigen Metern (und der Flucht vor den Pferde-Abzockern) zieht uns die Felsenstadt in ihren Bann. Petra ist gigantisch und einen Besuch absolut wert. Wir haben uns im Vorfeld für einen einzigen, aber langen Tag entschieden und versuchen diesen optimal zu nutzen. Der Eintritt durch langen, schmalen Siq (Canyon), ist atmosphärisch und liefert mit dem wohl bekanntesten Motiv des Unesco-Weltkulturerbes, dem Schatzhaus, ein erstes Highlight. Nach dem langen Marsch durch den Siq, der als Kulisse für die letzten Szenen von Indian Jones und der letzte Kreuzzug fungierte, schlagen wir den Weg auf den Hügel zum High Place of Sacrifice ein und bewundern die sensationelle Aussicht. Wieder zurück im „Dorf“ nehmen wir uns das Theater und die Königsgräber vor. jordan_01_petra_18Dann begeben wir uns auf den Geheimpfad oberhalb der Treasury. Den Tipp haben wir von Jens aus dem Weltreise-Forum bekommen und können ihn nur weitergeben: Man läuft den „Al-Khubtha Trail“ bis zum Ende. Dort zeigt ein Pfeil zum Aussichtspunkt, man läuft an dem Schild links weiter und erreicht eine Hütte, von der es cirka 600 Meter bergab geht. Der Weg ist mit Steinen an der Seite markiert, am Ende befindet sich hinter ein paar Felsen eine provisorische Mini-Hütte, von dem man das majestätische Schatzhaus in ungewohnter Vogelperspektive bewundern kann. Mutige klettern noch weiter bis zur Webcam. Die Mittagspause verbringen wir auf dem Hügel über den Gräbern mit einer grandiosen Panorama-Aussicht auf die Felsenstadt.

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So langsam werden die Beine müde, doch wir haben noch Einiges vor. So steht auf dem Weg zum Kloster der nächste Anstieg an. Man kann auch auf Eseln und jordan_01_petra_13Pferden rauf – wir verzichten und laufen lieber. Unterwegs werden wir von einer jordanischen Mutti fast von einem Ast erschlagen, den sie als Feuerholz für ihren “Teeshop” einen Abhang hinunterschubst. Nach kurzem Schock spricht sie für den Rückweg eine Einladung auf eine Stärkung aus. Darf man nicht ausschlagen, will man nicht als respektloses Monster gelten. Das Kloster oben auf dem Hügel ist zum Schluss ein absoluter Höhepunkt. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus und schleppen uns noch zu einem weiteren Aussichtspunkt hinauf. Der lange, lange Rückweg zum Hotel wird mit einem Mix aus Zuckerschock vom Tee bei Mutti und schmerzenden Füßen angetreten. Das Falafel-Sandwich und die Linsensuppe am Abend haben wir uns redlich verdient. Morgen ruft die Wüste!

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It’s Christmas! Let’s Be Glad…

24 12 2012

MERRYXMAS

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Galerie: Ägypten

14 12 2012

galerie Ägypten

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Dive Like An Egyptian

13 12 2012

Kairo, Luxor, Dahab, Ägypten // 11. – 27. November 2012

Pyramiden, Gizeh, Ägypten, Panorama

Die elfstündige Reise von Sri Lanka über Katar nach Ägypten vergeht im wahrsten Sinne des Wortes wie im Flug. Der Service von Qatar Airways ist zu empfehlen, das Entertainment-Programm verkürzt uns mit Madagascar 3, Ted, Ice Age 4 und Red Lights die neun Stunden in der Luft und die vegetarische Alternative schmeckt ausnahmsweise. Bei der Ankunft in Kairo sind wir verwirrt: Wo gibt es denn bitte das Visa on arrival? Wir werden an den Henning, Shisha smoking, Kairo, Ägyptenzahlreichen Wechselstuben (wo auch sonst bekommt man ein offizielles Dokument) fündig. Das Wort Visa steht da natürlich nicht, aber wir bezahlen trotzdem brav 15 Dollar pro Person, stellen uns an der Immigration-Schlange an und sind froh, dass es unsere Rucksäcke auch nach Afrika geschafft haben. Afrika, Kontinent Nummer 5 (inklusive Europa) auf dieser Reise – und das erste Mal für Vera überhaupt. Die Freude ist groß, aber leider auch nur genauso so lange, bis wir feststellen, dass unser kostenloser Hostel-Pickup nicht da ist. Zum Glück sind die Ägypter hilfsbereit und lassen uns sofort telefonieren. Natürlich bekommen wir auch noch die Telefonnummer des Helfers, falls wir doch einen Guide brauchen. Außerdem organisiert er schnell ein Taxi, für das letztendlich das Wake Up-Hostel bezahlt. Es ist mittlerweile Abend, wir sind müde und schaffen es nur noch für ein köstliches Koschary (Nudeln, Röstzwiebeln, Tomatensauce, Knoblauchsause, Linsen, Kichererbsen) und göttlichen Milchreis ins legendäre Abu Tarek. Nach erster Tiefschlafphase wachen wir mit Allergieschock auf und lauschen der lautstarken Unterhaltung der Hostelangestellten – um 1 Uhr nachts. Traumhaft!

Cairo at night

Am nächsten Morgen organisieren wir als erstes unsere Weiterreise – gar nicht so einfach. Am Bahnhof stellen wir fest, dass alle Züge nach Luxor ausgebucht sind und der Schlafwagen für 60 Dollar/Person ist uns im Vergleich zum 1. Klasse-Sitz (12 Euro) zu teuer. Plan B muss her und so fragen wir uns zum Busbahnhof durch und kaufen zwei Tickets für den nächsten Abend. Im Sphinx, Gizeh, ÄgyptenAnschluss geht es mit dem Taxi zum wuseligen Chan el-Chalili-Basar. Wir halten uns die nervigen Verkäufer vom Hals und genießen lieber Tee und Shisha im bekannten Fishawy. Das Ägyptische Museum ist interessant, haut uns aber nicht vom Hocker. Leider gibt es wenige Schautafeln, die einem die komplexe ägyptische Geschichte näher bringen. Vorbei am Nil und dem Verkehrschaos am späten Nachmittag (ach, eigentlich immer) laufen wir zum Hostel und landen wieder im Abu Tarek. Das Highlight sparen wir uns für den letzten Tag in Kairo auf. Mit Metro und Bus fahren wir nach Gizeh und besuchen das einzig noch existierende Weltwunder der Antike. Schon während der Fahrt sieht man die riesigen Pyramiden, die nicht wie oft fälschlich angenommen irgendwo in der Weite der Wüste, sondern direkt an ein Wohnviertel inklusive Kentucky Fried Chicken-Shop grenzen. Trotzdem…wow! Begeistert machen wir Fotos von der Sphinx, die vor den drei Pyramiden thront. Und wenn man die vielen Guides, Kamele, Pferde, Verkäufer etc. erst einmal hinter sich Pyramiden, Gizeh, Ägyptengelassen hat, kann man das Weltwunder auch genießen. Nur die Kletterei in die große Pyramide (13 Euro) lohnt sich nicht. Heiß, eng und man sieht kaum etwas. Was aber eine Gruppe von esoterischen Mittfünfzigern nicht davon abhält, ekstatisch in Weinkrämpfe auszubrechen. Aus Angst davor, dass wir mitten in den kollektiven Selbstmord eines Sonnenkultes geraten sind, kriechen wir durch den Klaustrophobie-Tunnel zurück. Nach Stunden in der heißen Wüste brauchen wir dringend eine Pause und finden die lokale Fast Food-Kette Felfela mit günstigen und guten Falafel & Pommes. Zurück im Hostel ruhen wir uns noch aus, bevor es nach Luxor geht.

Luxor Tempel

Die zehnstündige Busfahrt mit Upper Egypt gehört definitiv nicht zu den Erfahrungen, an die man sich später gerne erinnert. Die Karnak Tempel, LuxorKlimaanlage bläst die ganze Zeit, viel zu enge Sitze, Stopp mitten in der Nacht und im Halbschlaf wird man schon von Touts belästigt. Zum Glück sind wir nicht ganz alleine unterwegs, sondern in Begleitung des spanisch-belgischen Pärchens Andrea und Bart aus Madrid, die wir im Hostel in Kairo kennengelernt haben. Im Oasis Hotel lässt es sich gut aushalten, vor allem auf der Dachterrasse. Erinnert uns an Indien. Als erstes erkunden wir den berühmten Karnak-Tempel, von dem wir sofort begeistert sind. Wir flüchten vor den holländischen und russischen Tourgruppen (wir treffen in Ägypten wirklich kaum auf Individualreisende) und lassen Feluka Cruise on the Nile, Luxordie massiven Säulen mit Hyroglyphen und Malereien auf uns wirken. Natürlich wartet hinter jeder Ecke ein „Guide“, der einem für ein bisschen Bakschisch ein besonderes Panorama zeigen möchte. Danke, finden wir auch selbst. Zurück im Hostel ist es mal wieder Zeit für eine Begegnung der besonderen Art: Vera trifft auf einen Fotografen-Kollegen, mit dem sie vor ein paar Jahren einige Termine gemacht hat. Frank Lindert ist seit zwei Jahren mit seinem Motorrad Rosie unterwegs. Wir tauschen Reisegeschichten aus und lernen außerdem den Hamburger Chris kennen, der – ebenfalls seit zwei Jahren – mit seiner Vespa (!!!) Afrika unsicher macht. Wie so oft: Die Welt ist so klein und niemand von uns ist über das Treffen besonders überrascht. Am Luxor Tempel at nightnächsten Tag lassen wir es ruhiger angehen und uns gemeinsam mit Andrea und Bart mit einer Felucke, einem traditionellen, kleinen Segelboot, von Kapitän Hassan über den Nil schippern. Nach Sonnenuntergang schauen wir uns noch den Luxor Tempel an, der schön angestrahlt wird. Zum Glück haben wir den Tipp bekommen, uns die Anlage von außen anzuschauen und uns den Eintritt zu sparen. Dem können wir nur zustimmen, man hat wirklich von allen Seiten freie Sicht. Für die Besichtigung der Luxor Westbank auf der anderen Nilseite entscheiden wir uns für eine Tour. Bei sengender Hitze erkunden wir zu viert die Gräber im Tal der Könige und Königinnen, die beiden Memnonkolosse und den Totentempel der altägyptischen Göttin Hatschepsut. Gesundheit! Beim letzten gemeinsamen Falafel/Koshary/Shisha/Stella-Bier-Abend verkünden Andrea und Bart, dass sie sich überlegt haben, im kommenden Jahr auch auf längere Reise zu gehen, wenn ihr Arbeitsvertrag ausläuft. Wir sind gespannt!

Hatschepsut Tempel

Big Blue DahabEin kurzer Flug mit Egypt Air bringt uns einmal über das Rote Meer auf die Sinai-Halbinsel nach Sharm El Sheik. Weder die Aussicht, 20 Stunden in einem klapprigen Bus zu bringen noch die Möglichkeit einer Entführung fanden wir wirklich erquickend und haben stattdessen die sichere Variante Flug gewählt. Am Flughafen treffen wir den Brasilianer Paulo wieder, mit dem wir am Tag zuvor Luxors Westbank angeschaut haben. Er will auch nach Dahab, hat aber weder Unterkunft, noch Dive Company und so packen wir ihn einfach mit ins Taxi und ab geht es zu Big Blue Dahab Yum Yum Falafel, Dahab(eine absolute Empfehlung, entspanntes und kompetentes Team, top Equipment, sehr faire Package-Deals, falls wir nochmal in Dahab tauchen gehen, dann hier). Unser
Zimmer im Star of Dahab Hotel mit Meerblick, TV und Kühlschrank gefällt uns gut, die Monster Falafel im Yum Yum um die Ecke für 60 Cent noch besser. Natürlich halten wir es nicht lange an Land aus und schnorcheln durch das glasklare und fischreiche Rote Meer – super! Abends erleben wir mit, wie das einheimische Team Al Ahly die afrikanische Champions League gewinnt. Die Atmosphäre ist Kaffeehaus ist ungewohnt: Statt bei uns mit Bier, Schnaps und Chips wird hier so ein entscheidendes Spiel bei Tee, Limonensaft und Shisha geschaut. Wir gönnen uns noch einen Tag in Dive spots, Dahab, Ägyptender Sonne, bevor es unter Wasser geht. Nach zwei Tauchtagen muss Vera leider aussetzen. Schmerzen im Ohr – Taucheralbtraum! Entzündung, sagen gleich zwei Ärzte. Aber kein Medikament hilft. Tauchcenter-Manager Mohamed Ali vereinbart einen Termin beim Taucharzt und siehe da, keine Ohrenentzündung, sondern einfach nur eine gemeine Kraniomandibuläre Dysfunktion. Wer kennt sie nicht? Nach ein paar Übungen und Schmerztabletten gibt der Doc grünes Licht zum Tauchen und so verlängern wir unseren Aufenthalt um drei auf insgesamt zehn Tage. Vielleicht ganz passend, da die Situation in Israel zu diesem Zeitpunkt in der Schwebe ist. Vor allem Diven am Blue Hole (geht bis auf 110 Meter runter, viele, viele tote Tec-Taucher in den letzten Jahren, die sich überschätzen), Canyon und Rick’s Reef (Krokodilfische!) können wir nur empfehlen. Wenn wir nicht durchs Rote Meer paddeln, spielen wir mit den Katzen und Hunden des Hotels. Besonders ein kleiner Welpe erobert unser Herz. Wir taufen ihn Lars, weil er aussieht wie der kleine Eisbär, und es fällt uns sehr schwer, ihn beim Abschied nicht mit in den Rucksack zu Adoptivhund Lars + Spielgefährtenpacken. Mindestens einmal, meistens aber doch zweimal täglich sitzen wir bei Falafel, Moussaka und Baba Ganoush im Yum Yum. Wir können verstehen, warum so viele Europäer dem Winter entfliehen und nach Ägypten fliegen. Tagsüber ist es in der Sonne richtig heiß, abends dünne, lange Hose und Pulli-Wetter, also kein Vergleich mit Schnee und Minusgraden. Und das Wasser hat auch immer noch angenehme 25 Grad. Doch irgendwann ist auch der schönste Urlaub vorbei. Wir packen unsere Rucksäcke und machen uns auf den Weg nach Jordanien.

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Home From Home: Sri Lanka

11 12 2012

28. Oktober – 11. November 2012

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Wieder einmal bestätigt sich für uns ein weit verbreitetes Vorurteil nicht: Sri Lanka ist nicht Indien, auch wenn die Insel im Indischen Ozean in srilanka_homefromhome_05unmittelbarer Nähe (55 Kilometer) liegt. Schon bei der Ankunft am kleinen internationalen Flughafen an der Westküste (der nur Colombo heißt, aber eigentlich gar nicht nah an der Hauptstadt liegt) merken wir: Das hier wird ganz anders als Indien. Taxifahrer verziehen sich sofort bei einem „Nein“, man hilft uns bei der Suche nach einem ATM, wir müssen nicht lange mit einem Tuktuk-Fahrer verhandeln, bis wir den Preis bekommen, der im Reiseführer steht. Bei der Einreise (Immigration & Customs) wird sogar gelächelt. Generell sind die Menschen sehr interessiert und stellen Fragen, erzählen aber auch von sich und ihrem Land. Viele wollen einfach nur Hallo sagen. Englisch ist weit verbreitet und jeder will testen, was er kann. Der Bürgerkrieg, der das Land so viele Jahre (1983 bis 2009) bestimmt und gespalten hat, ist endlich vorbei.

Wie so viele Länder, die wir auf unserer Reise besucht haben, stand Sri Lanka lange nicht auf der Liste. Die Einreise aus Indien war uns wegen des indischen Visums zu nervig (wir hatten wegen Nepal schon ein Double Entry-Visum) und dann lasen wir während eines Fluges auf einmal über Sri Lanka im Travel 3Sixty, dem übrigens sehr gelungenen Inflight-Magazin von Air Asia. srilanka_homefromhome_03Verbindungen ab Kuala Lumpur und Bangkok gibt es für wenig Geld. Außerdem läge Sri Lanka quasi auf dem Heimweg. Irgendwie hat uns diese Idee im Laufe der Monate nicht mehr losgelassen und so haben wir einfach einen Flug gebucht. Zwar dann doch mit Sri Lankan Airlines und nicht mit Air Asia, da gab es für unseren Zeitraum auf einmal keine Bangkok-Flüge mehr. Kurz vor unserer Abreise hat der große Lonely Planet obendrein Sri Lanka als DAS Reiseziel 2013 ausgeschrieben. Die Erwartungen waren also dementsprechend hoch. Wir hatten nur zwei Wochen Zeit, aber in diesem verhältnismäßig kleinen Land reichten die locker für einen entspannten Loop im Süden inklusive ein paar Tagen Strand. Schon mal vorweg: Wir fanden es super!

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Die Entfernungen in Sri Lanka sind oft nicht groß und so braucht man von A nach B zum Teil nur zwei, drei Stunden und hat somit quasi noch den restlichen Tag für Sightseeing. Die Szene der Individualreisenden srilanka_homefromhome_07ist angenehm überschaubar, so dass man nicht wie in anderen asiatischen Ländern von einem Backpackerghetto zum anderen in Minibussen herumgekarrt wird, sondern gemeinsam mit den Locals die spottbilligen Busse entlang der Straße herunterwinkt. Der Komfort lässt sehr zu wünschen übrig und meistens kauft man für die Rucksäcke einen extra Sitz, aber bei Preisen von 0,60 Euro für eine zweieinhalbstündige Fahrt ist das kein Grund zum Aufregen. Viele Touristen erkunden Sri Lanka als Pauschalreisende oder mit eigenem Fahrer, dabei ist das Bussystem einfach und man kommt überall hin. Für viele Strecken kann
man außerdem auf die ebenfalls günstigen Züge ausweichen. Für Unterkünfte haben wir zwischen 10 und 15 Euro pro Zimmer/Nacht bezahlt. Wir hatten fast srilanka_homefromhome_02immer heißes Wasser, Decken und Handtücher und können uns über den Standard nicht beschweren. Selten wurden wir irgendwo von Touts abgefangen, die uns Unterkünfte andrehen wollten. So haben wir uns dann letztendlich doch auf die Empfehlungen aus dem Lonely Planet (neueste Ausgabe von 2012) verlassen und mit der vor Ort gekauften Simkarte (von Dialog) die Hotels angerufen. Oft gab es dann nämlich einen kostenlosen Pickup vom Bahnhof. In fast allen Unterkünften hatten wir Wifi und wenn nicht, dann im Café nebenan.

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srilanka_homefromhome_08Landschaftlich ist Sri Lanka wirklich eine Augenweide: Sattgrüne Teeplantagen, alte Festungen, Ruinen in den Ancient Citys, wunderschöne Nationalparks mit einer Vielzahl an Tieren und ansprechende Strände. Begeistert hat neben Land und Leuten auch das Essen. Allein die Getränke sind die Reise wert: Lassis, Lemon Soda, Kokosnuss, Ingwerlimonade, Lion Bier und natürlich der beste Tee der Welt (wirklich!). Das Nationalgericht Reis & Curry (eine Riesenschale Reis wird ergänzt durch eine Vielzahl – meistens vier, Rekord waren acht – an Schälchen mit unterschiedlichen Gemüse-Currys) ließen wir uns ebenso häufig schmecken wie Kottu Roti (klein geschnittenes Fladenbrot mit Curry und Gemüse in der Pfanne angebraten). Beides kostet oft unter einem Euro, in Touri-Restaurants natürlich mehr. Zum Frühstück werden Hoppers srilanka_homefromhome_09b(kleine Pfannkuchen aus Reisnudelteig, die mit Linsen, Curry und Chutney gefüllt werden können), zum Nachtisch Curd and Treacle (Büffeljoghurt mit Sirup) serviert. Auch die Snacks können sich sehen lassen. An jeder Ecke kann man für ein paar Cent gefüllte Samosas und Brötchen mit Ei und Zwiebeln kaufen – nichts für Weicheier, die sri-lankische Küche ist berühmt für ihre Schärfe. Vegetarier kommen garantiert nicht zu kurz!

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 Wir hatten zwei tolle Wochen in Sri Lanka und sind froh, dass wir den „Zwischenstopp“ auf dem Weg in den Nahen Osten gemacht haben. Auch wenn das Wetter in der ersten Woche nicht mitgespielt hat, konnten wir trotzdem Einiges unternehmen. Tuktuks stehen an jeder Ecke. Busse fahren überall hin. Das Land hat viel zu bieten und eignet sich aufgrund der Entfernungen auch als srilanka_homefromhome_11gutes Urlaubsziel für zwei, drei Wochen. In den nächsten Jahren wird sich sicherlich Vieles tun. Überall wird gebaut, vor allem Straßen und Hotels. Auch einen neuen Flughafen soll es im Süden des Landes geben. Das Preisniveau liegt über dem indischen, aber befindet sich zurzeit auf einem ähnlichem wie Reiseziele in Südostasien. Apropos Ähnlichkeiten -es gibt doch ein paar Gemeinsamkeiten mit dem „großen“ Bruder Indien: Sei es in der Stadt oder mitten im Nichts – niemals ist man sicher vor umherfliegenden Cricketbällen und wer eine Frage stellt, sollte sich als Antwort auf den allseits beliebten Head-Bop einrichten, der von „Vielleicht“ und „Hab ich keine Ahnung von, geb’ ich aber nicht zu“ über „Eigentlich ja, aber…“ und „Eigentlich nein, aber …“ bis hin zu einem „Ja, klar!“ viel Interpretationsfreiraum übrig lässt.

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Thailand IV, 18.-28.10.2012

10 12 2012

Thailand, 18.-28.10.2012

Thailand, 18.-28.10.2012

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Sri Lanka, 28.10.-11.11.2012

9 12 2012

Sri Lanka, 28.10.-11.11.2012

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